Der russische Stahlkonzern Severstal, der vom Tycoon Alexej Mordaschow geführt wird, hat angekündigt, dass er nach den Sanktionen gegen den zweitreichsten Mann Russlands und Haupteigentümer des Unternehmens keinen Stahl mehr in die Europäische Union (EU) verkaufen wird.
Severstal, der größte Stahlhersteller, verkauft jährlich rund 3 Millionen Tonnen Stahl in die EU, seinen wichtigsten Exportmarkt. Nach Angaben von EUROFER, dem europäischen Stahlverband, werden die Abnehmer nun versuchen, alternative Bezugsquellen zu finden, z. B. die lokale Produktion. Die Maßnahme wirkt sich auch direkt auf die zwischengeschalteten Unternehmen aus.
Die Sanktionen verbieten es der EU insbesondere, mit den sanktionierten Personen oder den von ihnen kontrollierten juristischen Personen Geschäfte zu machen. Mordaschow hat durch seine 77%ige Mehrheitsbeteiligung an dem Stahl- und Bergbauunternehmen die rechtliche Kontrolle über Severstal.
In den Jahren 2020-2021 tätigte Severstal Investitionen und schloss Vereinbarungen mit westlichen Technologieunternehmen, darunter Ekona Power, ein kanadischer Entwickler einer kohlenstoffarmen Wasserstoffproduktionstechnologie, der US-amerikanische Entwickler der Stahllegierungsdiffusionstechnologie Arcanum Alloys, das niederländische Verbundwerkstoffunternehmen Airborne und Hyperloop Transportation Technologies, ein in Los Angeles ansässiger Entwickler eines Hochgeschwindigkeitstransportsystems.
Der Stahlkonzern liefert auch Stahl für Windparkprojekte, die in Russland unter Beteiligung westlicher Unternehmen für erneuerbare Energien entwickelt werden, und ist an Linde Severstal beteiligt, einem Joint Venture mit dem deutschen Maschinenbau- und Industriegasunternehmen Linde, das gewickelte Wärmetauscher für Erdgasverflüssigungsanlagen herstellt.