Im April letzten Jahres veröffentlichte die EFSA eine Neubewertung der Sicherheit von BPA, in der die in der vorherigen Bewertung im Jahr 2015 festgelegte tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) deutlich reduziert wurde. Die Wissenschaftler der EFSA stellten eine Reihe von Lücken und Unsicherheiten in den Daten fest und verpflichteten sich, diese neu zu bewerten, sobald neue Daten zur Verfügung stehen, insbesondere eine zweijährige chronische Studie, die vom US National Toxicology Program gefördert wurde.
Nach Auswertung der neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse legten die Sachverständigen der EFSA 2 Milliardstel Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag fest. Der TDI ist etwa 20.000 Mal niedriger als zuvor. Die EFSA kommt daher zu dem Schluss, dass Menschen aller Altersgruppen mit mittlerer und hoher BPA-Exposition den neuen TDI überschreiten.
Aus diesem Grund unterstützt die wissenschaftliche Beratung der EFSA die Entscheidung der Europäischen Kommission und der EU-Mitgliedstaaten, die für die Festlegung von Grenzwerten für die Menge einer Chemikalie, die aus Lebensmittelverpackungen in Lebensmittel übergehen kann, oder für die Einführung anderer spezifischer Beschränkungen zum Schutz der Verbraucher zuständig sind.
Es finden Fachsitzungen mit Interessengruppen, Mitgliedstaaten und internationalen zuständigen Behörden, einschließlich des BfR und der US Food and Drug Administration, statt, um den Entwurf des wissenschaftlichen Gutachtens der EFSA zur Neubewertung der Risiken für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von BPA in Lebensmitteln zu diskutieren.
Die EFSA leitet eine öffentliche Konsultation zu ihrem Entwurf eines wissenschaftlichen Gutachtens über die Neubewertung der Risiken für die öffentliche Gesundheit im Zusammenhang mit dem Vorhandensein von BPA in Lebensmitteln ein. Zu diesem Zweck ernannten die Regierungen Dänemarks, Frankreichs, Deutschlands, der Niederlande, Norwegens, Schwedens und der Schweiz die Sachverständigen, die die Arbeitsgruppe des Protokolls bildeten, während die EFSA vier unabhängige Wissenschaftler ernannte.
Vor der Anwendung auf die neue Neubewertung von Bisphenol A (BPA) wurde die im BPA-Risikobewertungsprotokoll 2017 beschriebene Methodik zur Studienbewertung in einer Auswahl von Studien getestet.
Eine der wichtigsten Erkenntnisse ist, dass BPA das Immunsystem von Tieren beeinträchtigen könnte, obwohl die Erkenntnisse zu begrenzt sind, um Schlussfolgerungen für die menschliche Gesundheit zu ziehen. Die Sachverständigen der EFSA reduzierten jedoch die zulässige tägliche Aufnahmemenge auf 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag.